ausstellung: Kunstpreis Osnabrück 2018

22. Oktober 2018 - 27. Januar 2019

Museumsquartier Osnabrück, Kulturgeschichtliches Museum

Neue Osnabrücker Zeitung, 18. Oktober 2018

AUSSTELLUNG IM MUSEUMSQUARTIER

Wilde 13: Kandidaten für Osnabrücker Kunstpreis


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Osnabrück. Der Osnabrücker Kunstpreis geht in die zweite Runde. Das Museumsquartier zeigt die Werke von 13 Künstlerinnen und Künstlern, die es aus 136 Einreichern in die Endauswahl schafften. Ein Sieger steht jetzt schon fest: die Kunst, denn es ist eine richtig gute Ausstellung geworden.

Aus jedem Zimmer hallt ein anderer Laut. Jeder Raum gibt diesem leeren Haus einen befremdlichen Klang. Der Künstler Fritjof Mangerich hat in jedem Raum des Braunschweiger Gebäudes in die Hände geklatscht und die unheimlich nachhallenden Töne konserviert. Für „Eine andere Stimme“ montierte er ein Modell des Hauses, Fotos und Sound zu einer Installation. Wo sind die Bewohner des Hauses geblieben? Warum klingt kalt und leer, was doch Schutz und Geborgenheit vermitteln sollte - das Haus nämlich? Mangerichs Raumkunst gehört zur Ausstellung jener 13 Künstlerinnen und Künstler, die ins Finale des Osnabrücker Kunstpreises 2018 gekommen sind. Die Preisträger werden erst am 2. Dezember bekanntgegeben werden. Eines ist aber jetzt schon klar: Die Ausstellung im Osnabrücker Museumsquartier präsentiert eine richtig starke „Wilde 13“. Hier weiterlesen: 13 Künstlerinnen und Künstler für den Osnabrücker Kunstpreis 2018 nominiert.

Gut eingerichtete Präsentation

Denn die von Museumschef Nils-Arne Kässens im Oberlichtsaal des Museumsquartiers klug eingerichtete Präsentation ist viel mehr als eine regionale Leistungsschau. Die Präsentation mischt etablierte Größen und Newcomer der Osnabrücker Kunstszene, sie bezieht fast alle relevanten künstlerischen Medien von Malerei bis Skulptur, Foto, Video, Objekt und Installation mit ein. Diese Ausstellung hat keine These, dafür aber, was in der Kunst viel wichtiger ist als jede Überschrift: Alle Künstlerinnen und Künstler spüren den Brüchen einer unsicheren Gegenwart und ihres fragilen Lebensgefühls nach. Dieses Anliegen verbindet, bei allen formalen und thematischen Unterschieden, alle ausgestellten Werke. Mangerichs hallende Räume, die auf Gregor Schneiders tote Raumfluchten und Rachel Whitereads Abdrücke leerer Räume denken lassen, legen nur eine Spur durch das aktuelle Zeitgefühl. Hier weiterlesen: Der erste Osnabrücker Kunstpreis ging an Frank Gillich.

Löcher ins Nichts

Eine Atmosphäre latenter Verunsicherung vermitteln auch die fragil gebastelten Objekte von Jörg Bussmann, die wie fremde Kundschafter unvermittelt im Raum aufzutauchen scheinen. Gian Luca Cadeddu hat Luftbilder von Stätten des Braunkohleabbaus zur Bildserie gefügt. Der Abbau hat schwarze Löcher in die Landschaft gerissen, Löcher, durch die der Blick ins Nichts fällt. Wirklichkeit verweigert Eindeutigkeit und Wiedererkennen. Dafür stehen in der Ausstellung Merle Lembecks Holzobjekte mit ihrer verstörend perfekten Eleganz oder Birgit Kannengießers Bilder ihrer „Depot“-Serie, die leere Raster zeigen. Mal von blinkenden Farbpartikeln gefüllt, mal blank und leer: Die Linien dieser Raster führen immer ins Nirgendwo. Das Depot hat seine Ordnung. Die unübersichtliche Wirklichkeit fasst es dennoch nicht. Hier weiterlesen: Erste Ausstellung zum Osnabrücker Kunstpreis.

Kunst als Zeitdiagnose

Ja, diese Ausstellung zeigt, wie Museumschef und Jurymitglied Nils-Arne Kässens sagte, den „kreativen Reichtum einer Region“. Darüber hinaus entfaltet die Schau zeitdiagnostischen Wert ohne dass ihre künstlerischen Positionen den Betrachter an irgendeiner Stelle mit schlichten Botschaften belehrten. Nein, diese Werke öffnen den Blick für eine Kunst, wie sie sein soll: Exponat für Exponat ein visuelles Abenteuer, das herausfordert, den Blick auf vermeintlich sichere Wirklichkeit neu zu finden. Das gilt für Sabine Kürzels Bild einer Kindheit im Jahr 1973, die sich in gemalte Schemen befremdlich auflöst, und für Christoph Peter Seidels zu schiefen Rastern deformierte Farbkörper, die erst auf der Reise zu ihrer endgültigen Gestalt zu sein scheinen. Unaufdringlich, aber stark - das gilt für eigentlich jedes der im Oberlichtsaal des Museums ausgestellten Werke.

Spannende Ausstellung

Ganz gleich, wer am Ende das Rennen macht - der Osnabrücker Kunstpreis selbst macht in seiner zweiten Ausgabe nach dem Gründungsjahr 2016 einen Sprung nach vorn. Medienmix und Qualität der ausgestellten Arbeiten zeigen, dass der Preis wirklich spannende Ausstellungen produziert. Die Sievert-Stiftung, die die ersten drei Ausgaben des Preises mit 120000 Euro unterstützt, will kontinuierlich fördern, wie Niklas und Gerrit Sievert für die Stiftung sagten. Und warum werden keine Werke aus den Ausstellungen für eine Osnabrücker Sammlung zeitgenössischer Kunst erworben? Es fehlt an Depotplatz und an betreuendem Personal, sagt Nils-Arne Kässens. Schade eigentlich.

 

Für den Kunstpreis Osnabrück sind 2018 die folgenden dreizehn Künstlerinnen und Künstler nominiert:

Wilfried Bohne, Jörg Bussmann, Gian Luca Cadeddu, Ben Dexel, Christian Fehse, Thomas Fleischer, Birgit Kannengießer, Sabine Kürzel, Merle Lembeck, Fritjof Mangerich, Frauke Sawusch, Christoph Peter Seidel und Hans-Jürgen Simon.

Mitglieder der Jury sind: Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen), Dr. Ulrike Hamm (Vorstandsvorsitzende des Museums- und Kunstvereins), Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin), Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer (Professorin für Zeitbasierte Kunst an der Universität Osnabrück) und Nils-Arne Kässens (Direktor Museumsquartier Osnabrück).

 

 

Neue Osnabrücker Zeitung, 6. August 2018

13 Finalisten für den „Kunstpreis Osnabrück 2018“ stehen fest

136 Künstlerinnen und Künstler haben sich für den „Kunstpreis Osnabrück 2018“ beworben. Der „Kunstpreis Osnabrück“ ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro eine der höchst dotierten Auszeichnungen für regionales Kunstschaffen in Deutschland. Dem Reichtum und der künstlerischen Vielfalt in der Region Osnabrück trägt der vom Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. etablierte und von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur maßgeblich geförderte „Kunstpreis Osnabrück“ nun zum zweiten Mal Rechnung. Aus allen Bewerbungen wurden jetzt die Finalistinnen und Finalisten ausgewählt.

MuK Kunstpreis Osnabru ck 2018 Jury Foto sec.
Die Jury des „Kunstpreis Osnabrück 2018“ von links nach rechts: Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer, Meike Behm, Dr. Ulrike Hamm, Nils-Arne Kässens. Foto: sec, Osnabrück

Die Auszeichnung wird in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Alle Künstlerinnen und Künstler mit Wohnsitz in Stadt und Landkreis Osnabrück waren im Frühjahr aufgerufen, sich zu bewerben. Die Jury sichtete 136 Bewerbungen. Die Arbeiten, die bei der Bewerbung nicht älter als 3 Jahre sein durften, zeigen ein weit gefächertes Spektrum der aktuellen Kunst: Werke aus Malerei, Zeichnung, Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, Installation, Fotografie und Videokunst wurden eingereicht. Die Auswahl war nicht einfach und die Jury hatte schwere Entscheidungen zu treffen. In einem zweistufigen Verfahren wurden die Nominierten ausgewählt. Jetzt stehen die 13 Finalistinnen und Finalisten fest, aus denen im Dezember 2018 die Preisträgerin/der Preisträger gekürt wird:

Wilfried Bohne, Jörg Bussmann, Gian Luca Cadeddu, Ben Dexel, Christian Fehse, Thomas Fleischer, Birgit Kannengießer, Sabine Kürzel, Merle Lembeck, Fritjof Mangerich, Frauke Sawusch, Christoph Peter Seidel und Hans-Jürgen Simon.

Das Preisgeld ist mit 10.000 Euro dotiert. Zusätzlich wird ein Förderpreis in Höhe von 2.000 Euro vergeben.

Mitglieder der Jury (Foto) sind: Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen), Dr. Ulrike Hamm (Vorstandsvorsitzende des Museums- und Kunstvereins), Prof. Dr. Wulf Herzogenrath (Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin), Prof. Dr. Barbara Kaesbohrer (Professorin für Zeitbasierte Kunst an der Universität Osnabrück) und Nils-Arne Kässens (Direktor Museumsquartier Osnabrück).

Die Arbeiten der Nominierten werden mit einer von Frau Dr. Hamm und Nils-Arne Kässens kuratierten Ausstellung im Oberlichtsaal des Kulturgeschichtlichen Museums gewürdigt. Die Eröffnung wird am Sonntag, den 21. Oktober 2018, um 11:30 Uhr stattfinden. Verliehen wird der „Kunstpreis Osnabrück 2018“ am Sonntag, den 2. Dezember 2018.


heim + heimat

Galerie RUBRECHTCONTEMPORARY, Wiesbaden

30. Juni - 31. august 2018

Einladung zum Opening 

am Freitag, 29. Juni 2018 um 20 Uhr
  >> Einlass ab 19:30 Uhr <<
 
Eröffnet wird die Ausstellung durch 
ein anregendes Frage–Antwort–Spiel 
zwischen der Künstlerin Sabine Kürzel 
und dem Galeristen Leander Rubrecht.
 
Begleitet wird die Eröffnung von HerrBert /Quertone an der Vinylbar
SABINE KÜRZEL 1964 geboren in Stuttgart, 1984–1990 Studium der Bildenden Kunst an der HBK Braunschweig, 1988 Mitbegründerin des Künstlerkollektivs KOMAT, 1990 Diplom für Bildende Kunst an der HBK Braunschweig mit Auszeichnung, 1991–1992 Studium Kommunikationsdesign in Hamburg, seit 1993 als freie Künstlerin in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, erstmals in Frankfurt gezeigt von Leander Rubrecht im Jahr 1999, seit 2013 vertreten durch die Galerie RUBRECHTCONTEMPORARY in Wiesbaden
 
Was verstehen wir unter Heimat? 
Wann fühlt man sich daheim? In Kürzels ausgestelltem Werk dreht sich alles um die Darstellung gewöhnlicher Dekorationselemente, 
sowie Bildmotive und Gegenstände aus dem häuslichen und 
alltäglichen Leben der westlichen Welt
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Leander Rubrecht
Kurator

Direkt: 0176 - 816 650 31

AKTUELL
KOSMOS – STEFAN STICHLER  |  17 MRZ – 01 JUN 2018

VORSCHAU
CAPITAL@ART INTERNATIONAL  |  13 JUN – 01 SEP 2018 (extern im OST>STERN Frankfurt)
HEIM+HEIMAT – SABINE KÜRZEL  |  29 JUN – 31 AUG 2018
Allgemeiner Besuchertag: jeden Donnerstag von 15 – 19 Uhr 
Persönliche Führungen nach Vereinbarung: Montag bis Samstag zwischen 10 und 19 Uhr 
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RUBRECHTCONTEMPORARY 
im KAISERandCREAM ART DISTRICT 
Kurator und CEO Leander Rubrecht 
Büdingenstrasse 4-6, 65183 Wiesbaden, Deutschland 

Tel ++49 611 205 211 5 
lr@rubrecht-contemporary.com 
www.rubrecht-contemporary.com 

RUBRECHTCONTEMPORARY ist ein Unternehmen der Rubrecht Beteiligungs KG
Geschäftsführender Gesellschafter: Leander Rubrecht
HRA 7728, AG Wiesbaden, Umsatzsteuernummer: DE241323006

 


Movement

An International Art Exhibition by BOXOUT - Frankfurt - Trinidad and Tobago

19.10.2017 - 12.11.2017

Kunstverein Familie Montez, Frankfurt/ Main

Tatjana Urban, Esther Neumann, Ernst Stark, Hyko Spittel, Rainer Raczinski, Julia Roppel, Vollrd Kutscher, Jürgen Wegner, Edwin Schäfer, Oliver Tüchsen, Lothar Osterburg, Ute Bartel, Stevens Ragone, Annette Reichardt, Serge Game, Barend von Hoek, Lorenzo Valverde, Bezadh Mahmoudpour, Lissy Winterhoff, Beata Obst, Hildegard Weber, Heike Weber, Frank Schäfer, Ruth Gilberger, Claudia Thümler, Sabine Kürzel, Lap Yip, Almuth Baumfalk, Julia Neuenhausen,  Peter halves, Judith Ganz, GA Gardner, Enrik Hüpeden, Christoph Bartolosch, Myriam Thes, Sonja Kuprat, Eberhard Weible, Evelin Markstein, Sarah Knights, Adele Todd, Thomas Jüpner, Aneesha Baldeosingh, Pat Farell-Frederick, David Ibata, Eva Schwab, Georg Gartz, deckkraft, Franz Burkhardt

 

Curators: GA Gardner (Trinidad and Tobago), Judith Ganz (Köln), Julia Roppel (Frankfurt)

Einführung: Dr. Chantal Eschenfelder

 

Vernissage: Donnerstag, den 19.10.2017, 18:30 Uhr im AtelierFrankfurt Soloshow: Serge Game, NL

und 19:30 Uhr im Kunstverein Familie Montez, Musik: Staircaseblues

Finissage: Sonntag, den 12.11.2017, 14-19 Uhr im Kunstverein Familie Montez

 

Öffnungszeiten: beide Häuser Montag- Freitag von 10 - 18 Uhr, Familie Montez auch Samstag und Sonntag von 10 - 18 Uhr.

 

Kunstverein Montez, Honsellstraße 7, 60314 Frankfurt/Main

 

AlelierFrankfurt, Schwedlerstr. 1-5, 60314 Frankfurt/Main

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Sabine Kürzel

represented by Gallery RUBRECHTCONTEMPORARY  Wiesbaden  -  Büdingenstr. 4-6, 65183 Wiesbaden, Germany

Tel: +49-611- 205 2115  -  www.rubrecht-contemporary.com

 

ATELIER

Osnabrück, Germany

mail: sabine.kuerzel@gmx.de

phone: 0049- (0)178- 874 287 9